Billige Energiespeicher ermöglichen grüne Zukunft

Teil 2: Markt für Energiespeicher wächst auf 50 Milliarden Dollar an

Das US-Marktforschungsunternehmen Lux Research prognostizierte im vergangenen Jahr, dass sich der weltweite Markt für Energiespeicher bis 2020 um jährlich 8% auf ein Volumen von 50 Milliarden US-Dollar wachsen wird. Getrieben werde das Wachstum vor allem durch die Entwicklung der Elektromobilität, aber auch durch Elektronik und stationäre Energiespeicher wie Photovoltaikanlagen mit Akkus für Wohnhäuser.

Demnach werde der Markt für Elektroautos und Hybridfahrzeuge auf lange Sicht mehr Energiespeicher beanspruchen, als Elektronikprodukte wie Handys oder Computer, wo derzeit noch die meisten Akkus verbaut werden. Das werde wiederum zusätzliche Kostensenkungen mit sich bringen, die sich auch auf stationäre Speichersysteme auswirken würden.

Die internationale Energieagentur IEA rief im vergangenen Jahr die USA, die EU, China und Indien dazu auf deutlich mehr Geld in Energiespeichersysteme zu investieren. Ein Analyst der US-Firma Bloomberg New Energy Finance bezeichnet Energiespeicher als den Heiligen Gral für viele Unternehmen und erwartet eine Steigerung von derzeit ca. 1,2 Gigawatt Speicherkapazität weltweit auf 11,3 Gigawatt bis 2020, was ungefähr 10 traditionellen Elektrizitätskraftwerken entspricht.

Bisher ist die Energiedichte in herkömmlichen Energieträgern wie Öl und Gas deutlich höher als in Batterien. Weltweit wird jedoch an immer besseren Speichermöglichkeiten für Akkus geforscht. Im Electrochemical Energy Technology der Universität Münster (MEET) ist man zuversichtlich, dass sich die Energiedichte von Batterien bei gleichzeitiger Kostensenkung noch deutlich steigern lässt. Vor allem für Elektroautos würde das höhere Reichweiten bei geringeren Beschränkungen durch große und schwere Akkus bedeuten.

Der US-Bundesstaat Kalifornien, für sich gerechnet die achtgrößte Volkswirtschaft der Welt und Vorreiter in Sachen grüne Politik, verabschiedete im Jahr 2013 Gesetze, die die Energieversorger dazu verpflichten bis 2020 bis zu 1,3 Gigawatt an Energiespeichern zu bauen. Auch in Deutschland werden Pilotprojekte zur Energiespeicherung mit 200 Millionen Euro unterstützt, wobei neben der Weiterentwicklung der Akku-Technologie auch andere vielversprechende Energiespeichermethoden untersucht werden. Seit Mai 2013 fördert die Bundesregierung außerdem die Markteinführung von Batteriesystemen zur Stromspeicherung durch Zuschüsse beim Kauf von Batteriespeichern für Solarstromanlagen.

Für den weltweiten Klimawandel ist die Entwicklung auf dem Energiespeichermarkt von zentraler Bedeutung. Nicht nur würde durch eine schnell anwachsende Verbreitung von Elektroautos der CO2 Ausstoß im Straßenverkehr sinken. Auch Anwendungen von Energiespeichern in Verbindung mit erneuerbaren Energieträgern wie Sonne oder Wind können in Zukunft immer mehr die klassischen Kraftwerkstypen wie Kohle oder Gas ersetzen, ohne dass Versorgungsengpässe entstehen.

Und schließlich werden sich spätestens ab dem Zeitpunkt wo Solarzellen mit einer Batterieanlage langfristig billiger sind, als herkömmlicher Strom aus dem Netz, immer mehr Konsumenten komplett aus dem Stromnetz verabschieden und ihre eigene CO2-neutrale Elektrizität produzieren. Dieses umwälzende Potenzial der verbesserten Speichertechnologie bereitet klassischen Energieunternehmen zunehmend schlaflose Nächte während es andererseits Investoren und Unternehmen anlockt, die sich angesichts der Zukunftsmärkte für konsumentenorientierte Energielösungen in Heim und Mobilität in Stellung bringen.

Teil 1: Billige Energiespeicher ermöglichen grüne Zukunft

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