Maltas Regierung wird von Recherchen eingeholt

Der Stabschef des maltesischen Premierministers und der Tourismusminister des Landes sind wegen Vorwürfen im Zusammenhang mit der Untersuchung des Mordes an der prominenten Antikorruptionsjournalistin Daphne Caruana Galizia im Jahr 2017 zurückgetreten. Als Caruana Galizia getötet wurde, berichtete sie über Offshore-Unternehmen, die mit maltesischen Politikern in Verbindung standen.

Blumen für die ermordete Journalistin Daphne Caruana Galizia (Foto: Zuraga, Wikimedia Commons, cc by-sa 4.0).

„Gestern Abend teilte mir mein Stabschef mit, dass er ab heute seinen Posten abgeben werde“, sagte der Premierminister Joseph Muscat auf einer kurzen Pressekonferenz am Dienstagmorgen.

Stabschef Keith Schembri soll zur Vernehmung des Falles in die Polizeizentrale gebracht worden sein. Später am Dienstag gab der Tourismusminister Konrad Mizzi nach einer Kabinettssitzung seinen Rücktritt bekannt. Schembri und Mizzi waren von Daphne Caruana Galizia der Korruption beschuldigt worden.

Schembris Rücktritt folgte Berichten vom Montagabend, dass der Geschäftsmann Yorgen Fenech, der letzte Woche im Zusammenhang mit dem Mord an Daphne Caruana Galizia verhaftet worden war, sich darauf vorbereitete, Vorwürfe gegen Schembri zu erheben.

Oppositionspolitiker hatten beide Männer zum Rücktritt aufgefordert, seit Caruana Galizia berichtet hatte, sie hätten bald nach ihrem Amtsantritt die Kontrolle über geheimnisvolle Firmen mit Sitz in Panama übernommen. Auch wächst der Druck auf den maltesischen Premierminister Muscat, selbst Konsequenzen aus der Korruptions- und Mordaffäre zu ziehen und zurück zu treten.

Die maltesische Journalistin und Anti-Korruptions-Aktivistin Daphne Caruana Galizia hatte über Korruption und Geldwäsche, die Verbindungen zwischen Maltas Online-Glücksspielbranche mit der organisierten Kriminalität und Maltas Citizenship-by-Investment-System berichtet. Am 16. Oktober 2017 wurde sie durch eine Autobombe getötet. Ihre Recherchen wurden nach ihrem gewaltsamen Tod von Journalisten anderer renommierter Zeitungen aus 15 Ländern im Rahmen des Daphne-Projektes weitergeführt.

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