In Australien löst Sonne die Kohle ab

Australiens Energiesektor ist vor allem durch die Kohle bestimmt – das Land ist der zweitgrößte Kohleexporteur der Welt. Doch das Bild beginnt sich zu wandeln. Inzwischen boomen die erneuerbaren Energien auf dem fünften Kontinent.

Heute hat jedes vierte Haus in Australien Solarmodule auf dem Dach, mehr als in allen anderen entwickelten Ländern. Und die Rate an Neuinstallationen von Solaranlagen ist weit höher als der weltweite Durchschnitt. Damit liegt Australien noch vor den Vorreitern der globalen Energiewende wie Deutschland, Japan oder Kalifornien.

Die Gründe für viele Australier sich mit Solarstrom zu versorgen liegen oft eher an den Anreizen der Bundesstaaten, den fallenden Preisen von Solaranlagen und den steigenden Strompreisen. Also nicht unbedingt der Klimawandel, sondern Sparsamkeit und Individualismus erzeugen die hohe Nachfrage nach Sonnenstrom. Obwohl die Kohle noch immer das Bild bestimmt, kommen inzwischen ca. 5 Prozent des australischen Stroms von der Sonne.

Das starke Wachstum des Solarsektors, das auch durch einfache Genehmigungen und geringe Regulierung erzeugt wird, führt inzwischen zu Herausforderungen für das Stromnetz, das hauptsächlich auf stetige Stromquellen ausgelegt ist. Gas- und Kohlekraftwerke geraten auch unter wirtschaftlichen Druck, da die Preise für Solarstrom so niedrig sind. Ebenso sinken die Preise für Batteriesysteme, die den Solarstrom zumindest für mehrere Stunden speichern können.

Regionale Politiker, die aus Mangel einer nationalen Politik für erneuerbare Energien den gegenwärtigen Boom gefördert haben, stellen sich jedoch auf die Veränderungen ein, die eine Energiewende in Australien für den Energiesektor bedeutet.

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