Die Anwälte – Eine deutsche Geschichte

Gestern im Kino gesehen:

Die Anwälte. Eine deutsche Geschichte.

Ein Dokumentarfilm über Hans-Christian Ströbele, Otto Schily und Horst Mahler. Die beiden ersteren waren seinerzeit Anwälte der RAF-Mitglieder im Stammheim-Prozess und frühere Kollegen von RAF-Gründungsmitglied Horst Mahler, den sie später vor Gericht verteidigten.

Der Film zeigt die verschiedenen Lebensläufe der drei Anwälte in der BRD auf, geprägt durch die 68er-Bewegung, die Stammheim-Prozesse gegen die RAF, die Friedensbewegung, die Gründung der Grünen und schließlich die Rot-Grüne Regierung. Die letzeren Inhalte betreffen freilich nicht Horst Mahler, der nach langjähriger Haft NPD-Mitglied und Holocaust-Leugner wurde.

Der Film ist äußerst interessant und zeigt, wie die drei Anwälte mit dem krassen Kapitel RAF umgehen, und wie vernünftig oder unvernünftig (Mahler) ihre jeweiligen Konsequenzen für ihr Leben und die Veränderungen ihrer Anschauungen sind. So wurden aus Schily und Ströbele erfolgreiche Grünen-Politiker, die für demokratische Werte einstanden. Schily wechselte dann zur SPD, wo er ironischerweise Innenminister wurde und mit viel (vielen zu viel) Härte gegen die Bedrohung des islamischen Terrorismus vorging. Horst Mahler sitzt gegenwärtig in Haft wegen Holocaust-Leugnung. Was im Film nicht erwähnt wird, aber durchaus erwähnenswert ist: er wurde wiederholt von Gerhardt Schröder als Anwalt vertreten (natürlich bevor er zum Neonazi wurde). Es wundert also weniger, dass die Konservativen Parteien so große Vorbehalte vor Rot-Grün hatten.

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