Gauck verleiht Bundesverdienstkreuz an Ehepaar Klarsfeld

Serge und Beate Klarsfeld bekommen für ihre jahrzehntelangen Bemühungen zur Aufarbeitung nationalsozialistischer Verbrechen und den Einsatz gegen Antisemitismus und politische Unterdrückung das Bundesverdienstkreuz erster Klasse verliehen.

Die 76jährige Beate Klarsfeld war in der Bundesrepublik eine umstrittene Persönlichkeit. Im Jahr 1968 ohrfeigte sie in einer geplanten Aktion den damaligen Bundeskanzler Kurt Georg Kiesinger mit den Worten „Nazi, Nazi, Nazi“, weil dieser NSDAP-Mitglied gewesen war. Die Tätlichkeit wollte sie als symbolische Tat im Namen der Opfer der Nazi-Herrschaft verstanden wissen. Zeitweise wurden Klarsfelds Bemühungen nationalsozialistische Täter dingfest zu machen von der DDR unterstützt, wo sie jedoch später ein Einreiseverbot erhielt. Zuletzt nominierte die Linke sie 2012 als Gegenkandidatin zu Bundespräsident Joachim Gauck.

Das Ehepaar Klarsfeld schaffte es neben anderen Nazi-Tätern den früheren Gestapo-Chef von Lyon Klaus Barbie in Bolivien zu enttarnen. Barbie wurde 1983 nach Frankreich ausgeliefert und dort 1987 zu lebenslanger Haft verurteilt. Gemeinsam gaben die Klarsfelds ein Gedenkbuch mit den Namen von 80 000 Opfern der Judenverfolgung in Frankreich heraus und organisierten Ausstellungen in französischen und deutschen Bahnhöfen, welche die Judendeportationen zur Zeit des Nationalsozialismus dokumentieren. Die Übergabe des Bundesverdienstkreuzes erfolgt in der deutschen Botschaft in Paris.

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