Friedensnobelpreis für Liu Xiaobo

Im Gegensatz zum letzten Jahr, als US-Präsident Obama den Preis bekam, kurz bevor er zehntausende neue Soldaten nach Afghanistan schickte, erfreute sich die Verleihung des Friedensnobelpreises an Liu Xiaobo in diesem Oktober großer Zustimmung. Wo man sich innerhalb und außerhalb Chinas mit dem Status Quo der Regimeherrschaft im Reich der Mitte arrangiert zu haben schien, fühlt man nun neue Hoffnung aufkeimen, dass es doch einen Weg in die Demokratie für China gibt. Die Ironie ist kaum zu übersehen: Alles was Liu Xiaobo fordert, sind demokratische Strukturen – er ist kein Verfechter von Gewalt oder Kopf irgendeiner Organisation. Doch genau diesen Wunsch nach Freiheit und Demokratie versucht das Regime in Peking zwanghaft zu unterdrücken. In der Reaktion versucht es die Nachricht geheim zu halten, was natürlich unmöglich ist. Mit Hilfe von Proxyservern und Twitter spricht sich die Nachricht natürlich herum. Das ist eine ermutigende Entwicklung, macht sie doch die Forderungen Lius um so aktueller und bekannter. Und das lässt hoffen, dass zumindest ein neues Kapitel auf dem Weg Chinas in eine demokratische Gesellschaft begonnen hat.

Kommentar hinterlassen