Serbien hofft auf jungen Finanzminister

Mit der Ernennung des 29-jährigen Lazar Krstić landete Serbiens Vize-Premier Aleksandar Vučić einen Coup, der in dem Balkanland für viel Gesprächsstoff sorgt. Der junge Finanz- und Mathematikexperte, der in Yale studierte und bisher in der Unternehmensberatung tätig war, wurde über Nacht zum Hoffnungsträger für das gebeutelte Serbien. Angesichts der drohenden Zahlungsunfähigkeit des Landes steht er gemeinsam mit Wirtschaftsminister Saša Radulović vor der schwierigen Aufgabe, die große Menge an Staatsbetrieben zu professionalisieren und teilweise zu privatisieren, um die Staatskassen wieder zu füllen und die Wirtschaft zu stärken. Dies soll nach Worten von Krstić jedoch möglichst ohne Massenentlassungen vonstatten gehen. Auch wirtschaftliche Reformen und ausländische Finanzhilfen sollen die Krise und die hohe Arbeitslosigkeit beenden.

Krstić vergleicht die Situation des Landes mit einem sinkenden Boot, dass viele Menschen transportiert und trägt, und das nun repariert und möglichst in eine komfortable Yacht verwandelt werden soll. Der junge Finanzminister, der bisher keine Erfahrungen in der Politik hat, hält diese Aufgabe durchaus für lösbar. Nach einem überraschenden Anruf von serbischen Offiziellen und Gesprächen mit Vučić fühlte er sich fähig genug und politisch soweit unterstützt, dass er den Ministerposten annahm. Krstić besitzt außerdem die Stärke, als Außenseiter in der serbischen Politik, die oftmals von starken Interessen und Korruption geprägt ist, neue Akzente setzen zu können.

Die Regierung um Aleksandar Vučić scheint es mit ihrem pragmatischen und pro-westlichen Kurs ernst zu meinen. Selbst Kritiker gestehen Vučić zu mit Krstić eine gute Wahl getroffen zu haben. Und nicht zuletzt werden ihm schmerzhafte Reformen vielleicht eher verziehen, als alteingesessenen Politikern. Als erste Maßnahmen setzte er eine Besteuerung der Einkommen von Staatsangestellten, sowie eine Erhöhung der Mehrwertsteuer durch. Zusammen mit neuen Krediten von internationalen Investoren sowie wirtschaftlichen Reformen will die serbische Regierung das Land so wieder auf besseren Kurs bringen.

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