Solarstrom billiger als Atomenergie

Strom, der aus Solarzellen gewonnen wird, ist inzwischen billiger als die Energie aus einem neuen Atomkraftwerk. Wie die Frankfurter Rundschau berichtet, kann diese historische Wende genau berechnet werden, da für den Neubau des britischen Atomkraftwerks Hinkley Point eine öffentliche Preiskalkulation vorliegt.

Demnach beträgt die Einspeisevergütung, die die Betreiber von Hinkley Point zugesagt bekommen 11,2 Cent pro Kilowattstunde plus Inflationsausgleich für einen Zeitraum von 35 Jahren, ohne die das Kraftwerk kaum gebaut worden wäre. Trotz Erneuerbare Energien-Gesetz liegen die Vergütungen für Betreiber von Solaranlagen in Deutschland inzwischen knapp unter diesem Wert.

Diese Umkehr in der Preisentwicklung kommt dadurch zustande, dass Atomkraftwerke heutzutage wegen höherer Sicherheitsanforderungen deutlich teurer sind als noch vor 30 Jahren, während die Stromgewinnung mittels Photovoltaik immer billiger wird – seit 2006 sind die Preise für Solaranlagen um zwei Drittel gefallen, und die Einspeisevergütung für Solarstrom sank in den letzten 14 Jahren von 50 Cent auf 11 Cent pro Kilowattstunde.

Dieser Abwärtstrend bei der Herstellung von Solarstrom wird sich nach Expertenmeinung weiter fortsetzen. Künftig könnte der Strom aus Wind und Sonne den Preis für Atomstrom sogar um die Hälfte unterbieten. Nicht berücksichtigt sind dabei externe Kosten, wie etwa Schäden für Umwelt und Gesundheit, die bei AKW eher höher anzusetzen sind, als bei erneuerbaren Energien.

Einer Prognos-Studie zufolge wäre eine durchgängige Stromversorgung durch Wind- und Sonnenkraftwerke in Kombination mit Gaskraftwerken für den Ausgleich von wetterbedingten Schwankungen sogar um 20 Prozent günstiger, als eine Energieversorgung, die auf Atomkraft basiert, und das obwohl hier die Sonne verhältnismäßig oft hinter Wolken verschwindet.

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