Energieforschung in Deutschland weit fortgeschritten

Im alltäglichen Klein-Klein um die richtige Politik geht manchmal der Blick für die bisherigen Errungenschaften für die deutsche Energiewende verloren. Hier hilft die Außenperspektive – eine solche nimmt ein Artikel in der International New York Times ein, der die Einbeziehung deutscher Universitäten in die Energiewende beschreibt.

So gibt es inzwischen an deutschen Hochschulen mehrere hundert Programme, die Abschlüsse in Bereichen der nachhaltigen Entwicklung anbieten, fast alle davon sind in den letzten sechs Jahren entstanden. Neu geschaffene Bereiche, Kurse und Abschlüsse beschäftigen sich dabei nicht nur mit den technischen Herausforderungen erneuerbarer Energien, sondern zunehmend auch mit den sozioökonomischen Aspekten des umfassenden gesellschaftlichen Wandels der Energiewende, wie der Schaffung von Öffentlichem Bewusstsein, den Kosten oder der Beteiligung von Gemeinden an einem besseren Energiemanagement.

Derzeit beschäftigen sich über 180 Hochschulen und mehr als 120 außeruniversitäre Forschungseinrichtungen in Deutschland mit Energiethemen, das 6. Energieforschungsprogramm der Bundesregierung mit einem Fördervolumen von 3,5 Milliarden Euro für die Jahre 2011 bis 2014 soll die Forschung zur Energiewende weiter voranbringen.

Die Forschung zu Themen der Nachhaltigkeit ist heutzutage in Deutschland ein integraler Bestandteil der Universitäten, anders als in den USA, wo derartige Themen oft noch exotisch gesehen werden und erst Fuß zu fassen beginnen. Trotzdem gibt es in Energiefragen eine zunehmende Zusammenarbeit mit amerikanischen Forschungseinrichtungen.

Einer große Herausforderung für Forschung zur Nachhaltigkeit stellt die Interdisziplinarität des Themas dar. Aus diesem Grund mussten deutsche Forschungsinstitute in den letzten Jahren oft zuerst einmal die traditionelle Unterteilung in verschiedene Fachrichtungen und andere Widerstände überwinden, um eine stärkere Zusammenarbeit zwischen den Fächern und mit außeruniversitären Akteuren zu erreichen. Auf diese Weise wird auch eine bessere Zusammenarbeit von Universitäten mit der freien Wirtschaft in Energiefragen möglich

Insgesamt scheint also Deutschland nicht nur mit seinem Anteil an erneuerbaren Energien am Gesamtenergieverbrauch, sondern auch mit seiner Forschungslandschaft schon einen Schritt weiter auf dem Weg zur Energiewende, als die meisten anderen Länder. Nicht zuletzt hängt das auch damit zusammen, dass in der hiesigen Gesellschaft und bei allen politischen Parteien ein weitgehender Konsens darüber besteht, dass ein Wandel hin zu einer nachhaltigen Energieversorgung sinnvoll ist. Ein solches Bewusstsein ist in den USA beispielsweise noch nicht in allen Teilen der Bevölkerung und der Politik vorhanden.

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