Ranking zum Regenwaldschutz schafft Transparenz

Die britische Umweltorganisation Global Canopy Programme (GCP) hat das sogenannte Forest 500 Ranking ins Leben gerufen, das die fünfhundert wichtigsten Akteure listet, die potenziell die Macht besitzen, die Zerstörung des tropischen Regenwalds weltweit zu stoppen.

Der Großteil der fortschreitenden Entwaldung geschieht für industrielle Zwecke wie z.B. die Produktion von Palmöl, Soja oder Rindfleisch. Getrieben wird dieser Prozess von bestimmten Staaten, Firmen und Finanzinstitutionen, die von solchen Produkten profitieren. Gleichzeitig besitzen diese Akteure aber auch die Macht, andere Wege zu finden, um Wert zu erzeugen und Profite zu generieren. Als Beispiel kann der Großkonzern Nestlé gelten, der nach Protesten von Greenpeace im Jahr 2010 seinen Lieferanten von Palmöl wechselte und inzwischen mehr auf nachhaltige Rohstoffe setzt.

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Costa Rica setzt zum Schutz seines Regenwalds vor allem auf Ökotourismus. (Foto: CT)

Im Forest 500 Ranking wird so sichtbar, welche Akteure den größten Schaden für den Regenwald erzeugen, und welche sich umweltbewusst und nachhaltig verhalten. So finden sich Nestlé, die japanische Kao Corp, die Danone Gruppe, sowie Procter & Gamble (USA) am oberen Ende der Firmenliste. Ganz unten findet man in Deutschland bekannte Marken wie Deichmann oder Gap, noch schlechter schneiden viele chinesische Firmen ab.

Im staatlichen Ranking liegt Deutschland mit vier von fünf möglichen Punkten unter den ersten fünf Akteuren gemeinsam mit Brasilien, Kolumbien und der europäischen Wirtschaftszone. Nur zwei Punkte erreichen unter anderen Thailand, China, Madagaskar und Korea. Unter den Finanzinstitutionen liegen Großbanken wie die britische HSBC, die Deutsche Bank und Credit Suisse am oberen Ende der Nachhaltigkeitsskala, das untere Ende bilden vermehrt Akteure aus Asien und den USA, unter anderem Berkshire-Hathaway von Investorenlegende Warren Buffett.

Das Forest 500 Ranking soll jährlich bis 2020 erstellt werden. Es könnte einen großen Beitrag zu mehr Transparenz und Information im Zusammenhang mit der Zerstörung des Regenwaldes leisten und außerdem Handlungsdruck auf die wichtigsten Akteure ausüben, ihre Geschäftspraktiken nachhaltiger zu gestalten.

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