Greenpeace-Direktor fordert Energiewende für Europa

Angesichts der wachsenden Komplikationen, die sich aus der Abhängigkeit der EU von russischen Gaslieferungen ergeben, fordert Kumi Naidoo, Direktor von Greenpeace International, in einem Gastbeitrag für die Frankfurter Rundschau eine echte Energiewende für Europa.

Naidoo sieht in der aktuellen Diskussion um Russlands Drohgebärden im Zuge der Ukraine-Krise drei große Chancen: Europa könne seine Energieunabhängigkeit steigern, gleichzeitig aktiv den Klimawandel bekämpfen und auch seine Wirtschaft stärken, wenn es mehr auf erneuerbare Energien setze und ein Programm für mehr Energieeffizienz beschließe.

Wenn beim EU-Gipfel im nächsten Monat die Staats- und Regierungschefs über die Energie- und Klimapolitik für Europa nach dem Jahr 2020 verhandeln, sollten sie sich nach Meinung des Greenpeace-Direktors statt für den Bau neuer Pipelines, die Förderung der Atomkraft oder die Verlagerung auf fossile Energien aus dem Nahen Osten oder Nordafrika für eine zukunftsorientierte Energiepolitik eintreten.

Neue Effizienzziele und Maßnahmen für den Ausbau erneuerbarer Energien ließen sich schnell umsetzen, etwa durch Programme zur Wärmedämmung oder mehr Solarzellen auf Dächern. So habe Europa alleine im Jahr 2012 genügend Erneuerbare-Energie-Anlagen gebaut, um Strom für acht Millionen Haushalte zu produzieren und zehn Prozent der russischen Gasimporte zu ersetzen und dabei gleichzeitig auch noch eine Vielzahl neuer Arbeitsplätze geschaffen.

Naidoo sieht ein enormes Potenzial für den weiteren Ausbau erneuerbarer Energien in Europa. Bis zum Jahr 2030 könnten sie das Äquivalent allen russischen Gases ersetzen und die Hälfte des europäischen Energiebedarfs decken. Angesichts der sinkenden Produktionskosten für Erneuerbare-Energie-Anlagen und der Verfügbarkeit der benötigten Technologien solle die aktuelle Krise als Chance genutzt werden und der Umstieg gemacht werden.

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