Bangladesch installiert drei Millionen Solaranlagen in sechs Monaten

In Bangladesch wurden seit Mai diesen Jahres rund 3 Millionen Solaranlagen für private Haushalte installiert. Das Land, das zu den ärmsten der Welt gehört und dessen Bevölkerung erst zu ca. zwei Dritteln mit Elektrizität versorgt ist, hat es sich zum Ziel gemacht bis 2021 allen seinen Bürgern den Zugang zu Elektrizität zu ermöglichen.

Solarmodul Bangladesch

Elektrizität aus Solarmodulen bedeutet eine deutliche Steigerung der Lebensqualität in armen Gebieten (Foto: © Marufish, flickr | cc by-sa 2.0)

Nach einem Bericht des bengalischen Daily Star profitieren über 15 Millionen Menschen von den neuen Solarsystemen, die zusammen eine Kapazität von 135 Megawatt (MW) bereitstellen. Bis 2017 sollen weitere 3 Millionen Solarsysteme für Haushalte durch die staatliche Infrastructure Development Company (Idcol) finanziert werden. Um das Ziel eines Zugangs zu Elektrizität für die gesamte Bevölkerung zu erreichen, will die Regierung Bangladeschs bis 2021 die Elektrizitätsproduktion landesweit auf 24 Gigawatt (GW) verdoppeln, 10 Prozent davon sollen aus erneuerbaren Energiequellen stammen.

Photovoltaik eignet sich besonders für arme Entwicklungsländer, die noch kein flächendeckendes Elektrizitätsnetz besitzen, da die Solarmodule dezentral Elektrizität liefern können. Durch den rasanten Preisverfall für Solarzellen in den letzten Jahren ist diese Lösung inzwischen oft billiger als der Bau neuer Kraftwerke.

Auch im Hinblick auf die wiederholten Stromausfälle in Bangladesch sind Solaranlagen eine Verbesserung. Zuletzt war Anfang diesen Monats nach einer Störung in einer Übertragungsleitung im ganzen Land der Strom ausgefallen.

Idcol finanziert seit 2003 Solaranlagen für private Haushalte, mit Unterstützung der Weltbank, der Global Environment Facility (GEF) und anderen Geldgebern. Auch die deutsche KfW und die Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) sind gemeinsam mit anderen Organisationen an dem Projekt beteiligt.

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