Iren stimmen für gleichgeschlechtliche Ehe

In einer Volksabstimmung sprachen sich Irlands Bürger am Samstag für die Einführung der gleichgeschlechtlichen Ehe aus. Mit einer Mehrheit von 62 Prozent gewannen die Befürworter der Homo-Ehe das Rennen klar für sich.

Abstimmung Irland

Die hohe Wahlbeteiligung unter jungen Menschen stärkte das Lager der Unterstützer. (Foto © William Murphy, flickr |cc by-sa 2.0)

Das Ergebnis sowie die hohe Wahlbeteiligung von über 60 Prozent zeigen den Fortschrittswillen eines überwiegend katholischen Landes, in dem Homosexualität bis in die 90er Jahre hinein noch kriminalisiert wurde. Doch entgegen der Position der Kirche, deren Kardinäle und Bischöfe für eine Ablehnung der  gleichgeschlechtlichen  Ehe warben, gab es in Politik und Gesellschaft mehr Unterstützer als Gegner der Initiative. Überraschenderweise verlief die Zustimmung quer durch alle Alters-, Einkommens- und geographischen Gruppen, wobei in einigen Bezirken Dublins über 70 Prozent mit ja stimmten.

Mit dem Referendum wird die irische Verfassung dahingehend geändert, dass eine Ehe zwischen zwei Menschen unabhängig von deren Geschlecht möglich ist. Bisher war Schwulen und Lesben nur eine zivile Partnerschaft mit weniger Rechten erlaubt, und die Ehe war nur zwischen Mann und Frau möglich. Die Verfassungsänderung muss noch von den beiden Kammern des irischen Parlaments ratifiziert werden, was jedoch nur eine Formalität ist. Irland ist damit das erste Land, in dem die gleichgeschlechtliche Ehe per Referendum akzeptiert wird.

Weltweit gibt es damit in 20 Staaten und 37 US-Bundesstaaten die gleichgeschlechtliche Ehe. In Deutschland gibt für gleichgeschlechtliche Paare bisher lediglich die Möglichkeit einer eingetragenen Lebenspartnerschaft, die jedoch weniger Rechte als die Ehe gewährt.

Kommentar hinterlassen