Philippinische Regierung und Rebellen einigen sich auf Friedensabkommen

Am Samstag einigten sich die philippinische Regierung und Vertreter der größten muslimischen Rebellengruppe im Land, der Moro Islamischen Befreiungsfront (MILF), auf Details einer Friedensvereinbarung, welche die jahrzehntelangen Kämpfe zwischen beiden Parteien beenden soll.

Kern des Abkommens ist die Schaffung einer autonomen muslimischen Region innerhalb des mehrheitlich christlichen Landes, sowie die Aufteilung von Sicherheitskompetenzen und den Einnahmen aus den natürlichen Ressourcen der Region zwischen dem philippinischen Staat und der neuen Provinz. Die Rebellen erklärten sich bereit ihre Waffen abzugeben, und es wird erwartet, dass viele von ihnen den philippinischen Sicherheitskräfte beitreten werden.

Die Friedensvereinbarung ist der Endpunkt von langwierigen Verhandlungen zwischen Regierung und Rebellen, die sich mit Unterbrechungen über die letzten 13 Jahre hinzogen. Sie sollen den bewaffneten Aufstand der muslimischen Kämpfer beenden, der bisher zehntausende Menschen das Leben gekostet und den Süden der Philippinen in einem desolaten Zustand gehalten hat.

Obwohl das Abkommen ein Meilenstein zur Befriedung der Region ist, waren sich beide Parteien darüber im Klaren, dass damit nicht alle Kämpfe über Nacht enden würden, da die Region instabil und von verschiedensten Interessen, Korruption und Gewalt geprägt ist. Auch wird das Ergebnis der Verhandlungen von noch radikaleren Gruppen wie den Abu Sayyaf-Rebellen nicht akzeptiert.

Während die Unterzeichnung des Friedensabkommens in den nächsten Wochen als sicher gilt, wird der wirkliche Test die Implementierung der vereinbarten Maßnahmen sein. Malaysia, das durch Vermittlung maßgeblich am Zustandekommen der Vereinbarung beteiligt war, die USA, die EU und weitere Staaten wollen dabei helfen, dass die Durchführung gelingen kann.

Während die Philippinen in den letzten Jahren ein sehr starkes Wirtschaftswachstum verzeichnen konnten, blieb der muslimische Süden des Landes bisher eine Problemregion, und westliche Staaten wollen verhindern, dass dort ein Rückzugsgebiet für islamistische Extremisten entstehen könnte.

Die kommenden Monate und Jahre werden also zeigen, ob es tatsächlich gelingen kann Frieden, größeren Wohlstand und eine Normalisierung der Verhältnisse in der Region zu bringen, wie es die philippinische Regierung und auch US-Außenminister Kerry sich erhoffen.

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