Putin isoliert sich in Krim-Krise immer mehr

Während auf der ukrainischen Krim-Halbinsel am Sonntag über einen Anschluss an Russland abgestimmt werden soll, steht Präsident Putin mit seiner Politik international isoliert da. Zwar scheiterte im UN-Sicherheitsrat ein Resolutionsentwurf der USA zum Krim-Referendum am Veto Russlands. Doch 13 der 14 Mitglieder stimmten für den Entwurf, und China, in der Regel ein verbündeter Russlands, enthielt sich.

Derweil warnte der Westen Russland davor die Krim-Halbinsel, die seit 2 Wochen von russischen Soldaten besetzt ist, zu annektieren, sollte das Referendum wie erwartet positiv ausgehen. USA und EU drohen Russland mit Wirtschaftssanktionen. Die russische Wirtschaft befindet sich seit Beginn der Krim-Krise unter erheblichem Druck. Die Börse brach stark ein und die sowieso schon angeschlagene Wirtschaft des Landes droht sich weiter zu verlangsamen. Zwar hat das Land aufgrund seines Leistungsbilanzüberschusses solide Finanzen, doch ist es sehr einseitig vom starken Energiesektor abhängig.

Die Eskalation der Krim-Krise bringt alle Beteiligten in eine heikle Situation. Aufgrund der engen Verflochtenheit der Wirtschaften westlicher Staaten mit der russischen und der starken Abhängigkeit der EU von russischen Energielieferungen steht viel auf dem Spiel. Ob aber angesichts der fortgeschrittenen Eskalation eine besonnenere Politik möglich ist, ist momentan schwer vorstellbar.

In Moskau demonstrierten am Samstag zehntausende Regierungsgegner gegen die Krim-Politik des Kremls. Bei der größten Protestaktion seit 2012 forderten Demonstranten, unter ihnen auch Mitglieder der Gruppe ‚Pussy Riot‚, Frieden statt der martialischen Politik Putins und Freiheit für die Ukraine.

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