Papst exkommuniziert Mafiosi

Bei einem Besuch in Kalabrien, einer süditalienischen Region, die bekannt dafür ist, eine Hochburg der organisierten Kriminalität zu sein, fand Papst Franziskus klare Worte gegen die italienische Mafia.

Bei einer Messe vor 100.000 Gläubigen in Sibari exkommunizierte der Pontifex kurzerhand alle Mitglieder der kalabrischen Mafiaorganisation ‚Ndrangheta. Als Bewunderung des Bösen und Missachtung des Gemeinwohls müsse die ‚Ndrangheta bekämpft werden.

Schon im März hatte Franziskus in Rom hunderte Opfer von Mafiakriminalität empfangen. Im Vorfeld der Messe in Sibari besuchte Franziskus im Gefängnis Angehörige eines dreijährigen Jungen, der einem Rachemord der Mafia zum Opfer gefallen war. Der Papst betonte, dass die Kirche ihre gesamte Kraft aufwenden werde, um die organisierte Kriminalität zu bekämpfen.

Der Buchautor und Mafia-Kritiker Roberto Saviano spricht von einer neuen Ära für die Kirche. Schon immer hätten sich Mafiosi bemüht als devote Katholiken dazustehen. Franziskus habe mit seiner Geste die Lüge entlarvt, mit der sich die ‚Ndrangheta selbst als ehrenwerte Gemeinschaft zelebriert, die den Armen und Schwachen beisteht. Saviano fordert noch weitergehende Maßnahmen der Kirche, wie die Verweigerung von Mafia-Spenden, die Absetzung Mafia-naher Priester oder die Einrichtung einer Anti-Mafia-Kommission in der Kirche.

Auch Italiens Minsterpräsident Matteo Renzi und die Präsidentin der Antimafia-Kommission des Parlaments, Rosy Bindi, begrüßten die klaren Worte des Papstes.

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