Rettung des Klimas kann kostenlos sein

Die weltweite Bekämpfung des Klimawandels könnte quasi ohne zusätzliche Ausgaben möglich sein und stellt keine Bedrohung für das Wirtschaftswachstum dar. Zu diesem Schluss kommt der Bericht zur Klimaökonomie, den die Global Commission on the Economy and Climate am Dienstag in New York vorstellt.

Demnach werden in den nächsten 15 Jahren weltweit geschätzte 90 Billionen Dollar in die Infrastruktur investiert. Mit zusätzlichen Investitionen von 4 Billionen Dollar, also lediglich fünf Prozent dieser Summe, wäre ein ambitioniertes Programm zur Reduktion klimaschädlicher Emissionen umsetzbar. Rechnet man die positiven Effekte eines sauberen Wirtschaftswachstums wie geringere Gesundheitskosten und niedrigere Benzinpreise mit ein, dann könnte eine klimafreundliche Entwicklung sogar zum Nullsummenspiel werden – das sind gute Nachrichten für den Klimaschutz.

Entgegen dem Mythos, dass eine Bekämpfung des Klimawandels das Wirtschaftswachstum beeinträchtigen würde, ist nach Einschätzung der Expertengruppe das gleiche, oder sogar ein höheres Wachstum bei gleichzeitiger Umweltverträglichkeit möglich. So könnte etwa eine intelligente Planung entstehender Großstädte mit effektiven Nahverkehrsnetzen und die Reaktivierung landwirtschaftlicher Flächen eine klimafreundliche Entwicklung stark begünstigen und gleichzeitig den Lebensstandard vieler Menschen heben.

Ebenso wäre es nötig, dass verstärkt auf erneuerbare Energien gesetzt werde, die inzwischen auch ökonomisch eine sinnvolle Alternative zu fossilen Energieträgern sind. Trotzdem werden diese veralteten Methoden der Energiegewinnung weltweit noch mit 600 Milliarden Dollar subventioniert. Die große Herausforderung liegt daher in der politischen Umsetzbarkeit der Maßnahmen, die vielfach auch von starken Interessengruppen gebremst werden.

Nach Meinung der Experten, die sich aus Wissenschaftlern, Politikern und Wirtschaftsvertretern zusammensetzen, sind des weiteren die Förderung von Forschung und Entwicklung neuer klimafreundlicher Technologien, ein schnellerer Ausstieg aus der Kohlewirtschaft und ein Schutz der Wälder wichtige Bestandteile einer Politik, die die weitere Erwärmung der Erdatmosphäre verhindern soll.

Der Bericht der internationalen Kommission für Wirtschaft und Klima wird eine Woche vor dem Sondergipfel zur Klimapolitik in New York vorgestellt, der die Chancen für ein erfolgreiches Klimaabkommen im kommenden Jahr in Paris erhöhen soll.

Kommentar hinterlassen